Die Gedanken sortieren sich beim Orgelspielen

Nikola Huppertz stellte der Jahrgangsstufe 9 ihren Roman „Wie ein Splitter im Mosaik“ vor / Protagonistin Lioba im Strudel widersprüchlicher Gefühle

Mit dem Besuch der Mönchengladbacher Autorin Nikola Huppertz hat das von Sabine Stemmler organisierte Lesefest Rheingau-Taunus erstmals im neuen Schuljahr am Eltviller Gymnasium Station gemacht. Die 41-Jährige stellte den Neuntklässlern ihr 2012 im Gabriel-Verlag erschienenes Werk „Wie ein Splitter im Mosaik“ vor. Darin geht es um die fünfzehnjährige Lioba und ihren „Frauenhaushalt“, der neben ihr aus ihrer Mutter Ulrike, ihrer kleinen Schwester Martha und der dementen Großmutter Helene besteht. Die vier Frauen halten zusammen wie Pech und Schwefel. Dass sie auch noch einen Vater namens Matthias hat, der in der Werbebranche tätig ist und ihre Mutter während deren zweiter Schwangerschaft verlassen hatte, wird ihr erst wieder richtig bewusst, als „Mega“ plötzlich bei einer Ausstellung ihrer Mutter auftaucht und auch dazugehören möchte. Das bringt Lioba ziemlich durcheinander. Was will ihr fremder Vater, der all die Jahre nichts von sich hatte hören lassen, plötzlich von ihr und ihrer Mutter? Wenn sie doch nur mit ihrer Großmutter reden könnte, aber die hat kaum noch einen lichten Moment. Lioba flüchtet sich in ihre Leidenschaft, das Orgelspielen. Johann Sebastian Bach soll Ordnung in ihr persönliches Chaos bringen und dafür sorgen, dass sich ihre widersprüchlichen Gedanken und Gefühle zu einem Mosaik zusammenfügen. Was bis dahin immer geklappt hat, ist aber dieses Mal nicht hilfreich. Zu verfahren scheint die Situation zu sein.

Hinzu kommt, dass auch ihr guter Freund Florin von ihr abrückt, als sie im Supermarkt den schüchternen Hendrik kennen lernt und von diesem zu schwärmen beginnt. Ist Florin etwa eifersüchtig auf ihre neue Bekanntschaft? Lioba versteht ihren alten Freund nicht mehr. Ihn umgibt ein Geheimnis, das sie lösen will.

Ob sich die Splitter von Liobas Familiengeschichte am Ende zu einem Mosaik zusammenfügen, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Gesagt sei nur so viel: Der an Wendungen reiche Roman hält noch manche Überraschung parat.

Lothar Wiesemann (Text) & Jannik Kuhlmann (Fotos)