Im Chatroom lauern Gefahren

Autorin Ilona Einwohlt stellte Sechstklässlern ihr Buch „Nonstop online?“ vor / „Generation Smartphone“ zu Vorsicht aufgefordert

Jenny könnte es so leicht haben im Leben. Schließlich ist sie reich und hochbegabt – und zugleich todunglücklich, denn das Leben als Tochter aus gutem Hause kann auch ganz schön schwer sein. Freunde haben in ihrem vollen Zeitplan keinen Platz. Als ihre anspruchsvollen Eltern ihr auch noch den Kontakt zu Alina verbieten, ist ihre letzte Rettung der Chatroom, in dem sie sich fortan Goldmarie nennt. Hier fühlt sie sich frei. Schnell hat sie viele neue virtuelle Freunde gefunden und vernachlässigt ihr reales Leben. Da sie mitunter die halbe Nacht digital unterwegs ist, fühlt sie sich in der Schule bald wie ein Zombie: „In einer Art Halbschlaf gefangen, bekomme ich dann während des Unterrichts kaum mit, was die Lehrer vorne an der Tafel erzählen, und döse unbemerkt vor mich hin.“ Das macht sich rasch bei ihren Noten bemerkbar. Doch damit nicht genug: Jenny bemerkt bald, dass im Chatroom auch ganz reale Gefahren lauern. So wird sie aufgrund ihres Aussehens Ziel einer fiesen Mobbing-Attacke, was dazu führt, dass sie nur noch ungern in der Schule auftaucht.

Anhand ihrer fiktiven Protagonistin Jenny konnte die Pinneberger Autorin Ilona Einwohlt den Sechstklässlern bei ihrer Lesung aus „Nonstop online?“ verdeutlichen, dass im Internet zahlreiche Gefahren lauern, wenn man sich nicht entsprechend schützt: „Wenn eure Eltern sagen, dass man keinem Fremden die Tür öffnen soll, so muss man das im digitalen Leben auch so handhaben“, appellierte die studierte Germanistin an ihre jungen Zuhörer, die sie mit zahlreichen neugierigen Fragen konfrontierten. So wollten die Schüler beispielsweise von der sympathischen Autorin erfahren, ob ihr Account schon einmal gehackt worden sei („Nicht dass ich wüsste!“) und wie lange sie für das Schreiben eines solchen Jugendbuches benötige („Bis zu einem Jahr“). 

Aber auch Einwohlt wollte von ihren Zuhörern einiges wissen, beispielsweise wer von ihnen nicht WhatsApp benutze. Hier hoben nur wenige die Hand. Schon deutlich mehr Hände schossen dagegen bei der Frage, wer täglich mehr als vier Stunden online sei, in die Höhe. Dass diese exzessive Mediennutzung auch Stress mit den Eltern bedeuten kann, wurde ebenfalls deutlich.  

Wie sehr Ilona Einwohlt das Interesse ihres jugendlichen Auditoriums am Thema geweckt hatte, zeigte sich am Ende der Lesung, als zahlreiche Schüler den Stand der Bücherstube Lauer aufsuchten und ein Autogramm der Autorin wünschten.

Text: Lothar Wiesemann

Fotos: Jannik Kuhlmann