Musikalische Botschafter für ein gemeinsames Europa

Bereits zum dritten Mal ist die BigBand des Gymnasiums Eltville nach Montrichard gefahren, um gemeinsam mit dem dortigen Blasorchester zu musizieren. Am Wochenende zum 1. Mai traten 31 Schülerinnen und Schüler in Begleitung ihrer Musiklehrerin Petra Rick die über 800 km lange Reise in die französische Partnerstadt an, unterstützt von den Freundschaftsvereinen in Eltville und Montrichard. Im Vordergrund stand dabei die gemeinsame Erarbeitung eines Konzertprogramms. Beide Ensembles hatten dazu im Vorfeld einige Stücke einstudiert, an welchen dann gemeinsam gefeilt wurde. Die Proben wurden abwechselnd von Petra Rick sowie von Jean-Louis Sajot geleitet. Sajot ist ein renommierter Profimusiker, der lange Jahre Klarinettist im Orchestre National de France war und mit seinem eigenen Oktett europaweit gastiert. Wenn es sein Zeitplan zulässt, arbeitet er auch gerne mit dem AICM-Blasorchester von Montrichard. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag bei diesem Workshop auf klassischen Kompositionen von Dvorak und Tschaikowski, während Petra Rick Jazz und Funk-Stücke mit den Ensembles einstudiert hat. Sowohl die französischen als auch die deutschen Musiker profitierten dabei von den unterschiedlichen Arbeitsweisen der beiden Dirigenten, die, jeder auf seine ganz eigene Art, die Musiker motivierten und zu Höchstleistungen antrieben.

Neben den Proben hatte Clara Vallet, die Vorsitzende des französischen Freundschaftsvereins, für die jungen Gäste ein ansprechendes Rahmenprogramm organsiert. Das Highlight war der Besuch des prunkvollen Wasserschlosses von Chenonceau.

Eine besondere Herausforderung für die jungen Musiker im Alter von 12 bis 18 Jahren stellte außerdem die Unterbringung in Gastfamilien dar. Der ausgesprochen herzliche Empfang und die überwältigende Gastfreundschaft der französischen Freunde half anfängliche Unsicherheiten schnell zu überwinden und auch die sprachlichen Barrieren waren kein Hindernis für einen herzlichen und freundschaftlichen Umgang miteinander. Die Jugendlichen haben sowohl die musikalischen als auch die interkulturellen Herausforderungen sehr gut gemeistert. Der Höhepunkt der Reise war schließlich das gemeinsame Abschlusskonzert in der Kulturhalle. Vor einem begeisterten Publikum demonstrierten die beiden Ensembles eindrucksvoll, wie die langjährige deutsch-französische Freundschaft durch dieses Musikprojekt vertieft werden konnte. Nicht zuletzt ein gutes Beispiel dafür, wie ein gemeinsames Europa nachhaltig gelingen kann.

P. Rick