Von einer, die auszog, die Welt zu retten

Autorin Ilona Einwohlt stellte Fünftklässlern ihr Jugendbuch „Meine Ökokrise und ich“ vor / Zahlreiche Schülerfragen und Schlange stehen für ein Autogramm

„Wer von euch fährt mit dem Fahrrad in die Schule?“ Es ist eine ungewöhnliche Frage, mit der die gebürtige Pinnebergerin Ilona Einwohlt die vor ihr sitzenden Fünftklässler des Gymnasiums am Wiesweg zu Beginn ihrer Lesung konfrontiert.  Einige Schüler strecken ihre Finger in die Höhe. Auf die Frage, wer zur Schule läuft, melden sich bereits wesentlich mehr. Zufrieden nickt die Autorin des Jugendbuches „Meine Ökokrise und ich“, die im Rahmen des Lesefests Rheingau-Taunus der Rosenstadt einen Besuch abstattet. 

Dass die meisten Schüler eher mit dem Auto als mit dem Zug in den Urlaub fahren, dürfte sie dennoch nicht verwundert haben. Schließlich muss auch Sina Rosenmüller, Protagonistin ihres bereits angesprochenen Werkes, erst eine schreckliche Erfahrung machen, ehe ihr ökologisches Bewusstsein geweckt wird. Die aufgeweckte Schülerin findet in den Sommerferien am Strand einer Nordseeinsel eine hilflose Robbe, deren Maul durch einen Plastikring verschlossen ist. Dadurch kann das arme Tier nicht mehr fressen. Gemeinsam mit dem Umweltaktivisten Ben rettet Sina der Robbe das Leben. Fortan ist ihr bewusst,  dass die Verschmutzung des Meeres durch Plastikmüll ein Ende haben muss. Doch damit nicht genug: Ihr neuer, kritischer Blick hilft ihr, noch viele weitere Umweltprobleme wahrzunehmen, beispielsweise Lebensmittelskandale, Klimakatastrophen, drohende Wasserknappheit und Waldsterben. Zusammen mit ihrem besten Kumpel Yannis beginnt Sina damit, Stück für Stück die Welt zu retten.

Dass die in Darmstadt lebende Autorin die anwesenden Fünftklässler mit ihrer Buchvorstellung in den Bann ziehen konnte, erwies sich nach dem Ende der Lesung, als die Schüler die Gelegenheit erhielten, der studierten Germanistin Fragen zu stellen. Von dieser Möglichkeit wurde reichlich Gebrauch gemacht. Ob sie auch selbst in ihrem Alltag ökologisch handele, wollte eine Schülerin von ihr wissen. „Ja, so gut wie es geht“, entgegnete die sympathische Schriftstellerin. Überhaupt sei es ihr wichtig, darauf hinzuweisen, dass alle ökologischen Tipps, die ihre Heldin Sina gebe, nur Anregungen und keinesfalls Dogmen seien.

 

Auf ihre Tätigkeit als Autorin angesprochen, verdeutlichte Einwohlt ihrem Publikum, dass sie in ihrer Tätigkeit trotz gewisser Hürden ihre ganz persönliche Berufung gefunden habe: „Schreiben ist einfach toll – und manchmal ganz schrecklich, wenn ich keine guten Ideen habe“, antwortete sie in ihrer erfrischend ehrlichen Art. Dass sich das Schreiben für die Darmstädterin auch lohnt, zeigen die Verkaufserfolge in den Buchhandlungen. Eine Ausnahme davon mache ausgerechnet Sinas persönliche Ökokrise, die sich  immer noch in der 1. Auflage befinde, während die Pubertäts-Thematik ihres Jugendbuches „Mein Pickel und ich“ deutlich gefragter sei, berichtete Einwohlt. 

Mit der Möglichkeit, ein Autogramm zu ergattern,  endete die letzte Veranstaltung des Lesefests Rheingau-Taunus im Schuljahr 2016/17 an unserer Schule.

Text: Lothar Wiesemann

Fotos: Jannik Kuhlmann, Dominik Lawetzky

13.02.2017