Zu diesem Thema erschien auch am 20.04. ein sehr lesenswerter Artikel im „Wiesbadener Kurier“:

Eltviller Gymnasiast nimmt am Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ teil

Von Christine Dressler

ELTVILLE - „Soll Hitlers ‘Mein Kampf’ als Pflichtlektüre an weiterführenden Schulen in Hessen eingeführt werden?“ Zu der Frage muss der 17-jährige Eltviller David Stumpf am Freitagmittag beim Landesentscheid von „Jugend debattiert“ im Frankfurter HR-Sendesaal vor hunderten Zuhörern, einer Jury und laufenden Kameras Stellung beziehen. Noch weiß David nicht, „ob ich dafür oder dagegen sein soll“. Das erfahre er wie die drei anderen Regionalsieger erst bei dem Wettbewerb am 22. April, erklärt der Schüler des Eltviller Gymnasiums. Sicher ist nur: Er muss „seine“ Position in einer Rede sprach- und inhaltlich überzeugend begründen, dann in der Diskussion der vier Hessenfinalisten fair vertreten und in einem Fazit mit Berücksichtigung aller Argumente sachlich verteidigen.

Leistungskurs Deutsch

Seit das Thema vergangene Woche bekannt gegeben wurde, bereitet David deshalb Pro und Contra vor. „Ich informiere mich im Internet über den aktuellen Sachstand der politischen Debatte zu der Frage, überlege mir Argumente und übe mit der AG“, sagt der Elftklässler mit den Leistungskursen Deutsch und Physik – froh über die Unterstützung in der Schule und beim Finale. Denn dahin fährt David, der Klavier und Tischtennis im SV Erbach spielt, am Freitag nicht allein im Zug. Außer seiner Schwester, 15, begleiten ihn Schulleiterin Angelika Morschheuser, 60 Mitschüler und beide Debattier-AG-Leiter zum HR: Deutsch- und Geschichtslehrer Gunnar Fricke und Nicolas Simon, der die 14-köpfige AG als Lehrer für Deutsch, Politik und Wirtschaft 2014 initiierte. David, der Jura studieren will, ist von Anfang an dabei.

„Debattieren macht einfach Spaß“, erklärt er, wie spannend es ist, den Horizont in der Auseinandersetzung zu erweitern. „Ich werde auch selbstbewusster und lerne, mich besser auszudrücken.“ Wie gut ihm das auch vor immer mehr Fremden gelingt, erstaunt David selbst. In der Landesqualifikation am 17. März musste der Sohn eines Mathematikers und einer Kinder- und Jugendbuchjournalistin für die Bargeldobergrenze von 1000 Euro und gegen Steuern auf Fleischprodukte gegen 15 andere Regionalsieger argumentieren: „Persönlich bin ich zu beidem anderer Meinung“, verrät David.

Alle drücken die Daumen

Stolz auf ihn betont sein Lehrer Simon: Konflikte aus Sicht aller Betroffenen zu überblicken, sachlich auszutragen und frei zu sprechen, falle vielen schon schwer. „Aber die eigene Perspektive zu wechseln, ist die größte Schwierigkeit.“ Davids Mitschüler planen bereits die Fahrt zum Bundesfinale Mitte Juni nach Berlin und Schulleiterin Angelika Morschheuser macht ihm Mut: „Wir drücken alle die Däumchen.“ David sagt trotz seiner Erfolge und trotz der Übung im dreitägigen Rhetorikseminar Anfang März: „Ich rechne mir keine großen Chancen aus und bin froh, dass ich so weit gekommen bin.“ Der Rückhalt der Schule freut ihn arg. „Denn jetzt geht es noch, aber vor Publikum legt sich meine Aufregung erst, wenn ich einige Sätze gesprochen habe und mich auf die Mitdebattierer konzentriere.“

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/eltville/eltviller-gymnasiast-nimmt-am-landeswettbewerb-jugend-debattiert-teil_16825514.htm, abgerufen am 20.04.16.

 

Text: Nico Simon, Christine Dressler

Foto: DigiAtel/Heibel

Daumen drücken: David Stumpf debattiert im Landesfinale

Am Freitag, den 22.04.2016, gilt es, David feste die Daumen zu drücken. David (Q2) hat sich im März in der Landesqualifikation Hessen-Süd in Hanau für das Landesfinale 2016 des „Jugend debattiert“ Wettbewerbs qualifizieren können. Dort wird er mit drei anderen Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II um die Frage „Soll in Hessen Hitlers ,Mein Kampf’ als Pflichtlektüre an weiterführenden Schulen eingeführt werden?“ streiten. Wir wünschen David dafür viel Erfolg und auch das kleine Quäntchen Glück.