"White Horse Theatre“ am Gymnasium Eltville

Englischunterricht einmal anders: An zwei Tagen führte eine kleine Truppe von jungen englischen Schauspielern des Londoner White Horse Theatre am Gymnasium insgesamt drei Stücke jeweils für die Unter-, Mittel- und Oberstufe auf.

In dem Unterstufenstück „Fear in the Forest“ wurde in leicht verständlichem Englisch die Geschichte von Josie erzählt, die durch eine Fahradpanne im dunklen Wald gezwungen ist, in einem zwielichtigen und unheimlichen Gasthaus zu übernachten. In ironischer und witziger Form spielt das Stück dabei einerseits mit kindlichen Ängsten vor Dunkelheit, Geistern und Ungeheuern wie auch mit den üblichen Klischees der Horror- und Kriminalliteratur. Am Ende entpuppen sich die Geister und Zombies als Machwerke einer Diebesbande, der durch die eigene Dummheit wie auch die Entschlossenheit von Josie und der Polizei das Handwerk gelegt wird

Das Mittelstufenstück „Drinking for Dummies“ thematisierte dann in durchaus beeindruckender und glaubwürdiger Weise das Thema „Jugendalkoholismus“: Um ihre Hemmungen zu überwinden und vor der Gruppe nicht zu kneifen, lassen sich die zurückhaltenden Jugendlichen Barney und Zola zum Vollrausch verführen – mit verheerenden sozialen und gesundheitlichen Folgen.

Durchaus schwere Kost bot schließlich das Oberstufenstück „Look Back in Anger“ („Blick zurück im Zorn“) von John Osborne. Dieser Klassiker des modernen Theaters, der bei seiner Uraufführung im Jahr 1956 für einen handfesten Theaterskandal sorgte, schlug auch in der Eltviller Aufführung aufgrund seines beklemmenden sozialen und psychologischen Realismus die Zuschauer in seinen Bann.

In allen drei Stücken beeindruckten die jungen Akteure mit unglaublicher Virtuosität und Wandlungsfähigkeit und wurden für ihre schauspielerischen Leistungen mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Im Anschluss erklärten sich die Schauspieler noch bereit, in den einzelnen Klassen zu hospitieren und sich den interessierten und kritischen Fragen und Anmerkungen der Schülerinnen und Schüler zu stellen.

Text:           HJ.Molsberger

Bilder:        HJ.Molsberger