„Jungs sind anders als Mädchen“

Frank Reifenberg animiert Jungen zum Lesen / Workshop in der Mediathek für Eltviller Fünft- und Sechstklässler

„Jungs sind anders als Mädchen“, sagt der gelernte Buchhändler Frank Maria Reifenberg. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, lud der auch als Autor tätige Wahl-Kölner 18 Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe des Eltviller Gymnasiums in die Mediathek ein. Initiiert wurde der Workshop von Lesefest-Chefin Sabine Stemmler.

Dass Jungs mehr auf Fußball, Fantasy-Romane und Abenteuerbücher stehen als Mädchen, die angeblich lieber Pferdebücher und romantische Literatur lesen – darin waren sich zumindest die Schüler unter den Workshop-Teilnehmern rasch einig. Reifenbergs Hinweis, dass man Mädchen damit beeindrucken könne, wenn man auch einmal zur Abwechslung deren Lieblingsbücher lese, wollte bei den Fünft- und Sechstklässlern dann auch nicht recht ankommen. Viel lieber wollten sie über die selbst mitgebrachten Lieblingsbücher diskutieren. Und so stellte Liam Rick Riordans Fantasy-Roman „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ vor, während Jona Andreas Steinhöfels berührendes Jugendbuch „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ präsentierte. Gleich drei Schüler hatten jeweils unterschiedliche Teile von Jeff Kinneys Comic-Roman „Gregs Tagebuch“ mitgebracht, die sie ihren Mitschülern als Leseempfehlung mit auf den Weg gaben. Dem Charme dieser höchst erfolgreichen Buchreihe konnte sich auch Reifenberg nicht entziehen. „Das ist auch mein Humor“, gestand der Autor.

Nach einer kleinen Pause stand dann das Büchervoting auf dem Programm. Zwanzig bekannte Jugendbücher wurden den Gymnasiasten vorgestellt. Drei Bücher ihrer Wahl durften sie mit einem Klebepunkt versehen. Am Ende siegten die Fantasy-Romane auf ganzer Linie: David Lubars Roman „Plötzlich Zombie: Schlimmer geht immer“ und Angie Sages „Septimus Heap: Magyk“ machten das Rennen. Da verwunderte es nicht, dass diese beiden Fantasy-Romane der Leiterin der Mediathek, Petra Bungert, direkt aus den Händen gerissen wurden. Doch auch andere Jugendbücher, z.B. Antje Herdens Krimi „Letzten Donnerstag habe ich die Welt gerettet“ oder Rüdiger Bertrams Agentenroman „Die Jungs vom S.W.A.P.“ fanden am Ende eines gelungenen Vormittags rasch einen Abnehmer.

Text und Fotos: Lothar Wiesemann

23.9.2014