Proben für den Ernstfall: Erste-Hilfe-Fortbildung für Lehrkräfte

„Hallo, Alfred! Mach doch mal die Augen auf!“ Nichts passiert, Alfred liegt leblos am Boden. Ein Horror-Szenario, was tun? Atemkontrolle, Ohr Richtung Gesicht des Leblosen, Blickrichtung zur Bauchdecke, 10 Sekunden vergehen… Nichts! „HILFE!!!“ Vier Lehrkräfte kommen angerannt. „Was ist denn los?“ Erklärung mit kurzen Sätzen, kurz darauf beginnen zwei Helfer mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, ein weiterer setzt einen Notruf ab, zwei Personen rennen los und holen einen automatischen Defibrillator. Elektroden werden während der Atemspende geklebt, das Gerät gibt Sprachanweisungen. „Patient nicht berühren!“ – „Schock auslösen!“ Nichts, weiter geht die Herzdruckmassage. Die Szene wechselt zwischen Anweisungen des Gerätes und Herzdruckmassagen, kein Martinshorn kündigt den Rettungsdienst aus der Ferne an. Wo bleiben die nur? Helfer werden ausgetauscht, nach einer gefühlten Ewigkeit vermeldet der Defibrillator „Schock nicht empfohlen!“ – „Okay, das soll reichen, 10 Minuten sind um…“ kommt eine ruhige Stimme von der Seite. Einige Helfer schauen mit verschwitzen Gesichtern nach oben, die Realität hat uns wieder. Alfred liegt weiterhin mit geschlossenen Augen auf dem Boden und atmet immer noch nicht. Wie soll er auch, denn er ist die Ausbildungspuppe der der Malteser-Ortsgruppe Kiedrich. Franz Herner, Ausbilder für Erste Hilfe, legt die Fernbedienung, mit der er vorher den Ausbildungsdefibrillator gesteuert hat, zur Seite und analysiert am projizierten Diagramm die einzelnen Phasen der vorausgegangenen 10 Minuten. Insgesamt ist er mit uns zufrieden. Die abschließende Team-Übung hätte Alfreds Überlebenschancen im Ernstfall enorm gesteigert. Trotzdem wünscht sich keiner der Helfer, das erlernte Wissen im Realfall anwenden zu müssen. Nach einem Nachmittag und einem anschließenden Vormittag mit lebensbedrohlichen Szenarien wenden wir uns lieber dem entspannteren Teil zu, den jeder Lehrer eher aus dem Alltag kennt: Pflaster kleben, Kühlkissen auf- und Verbände anlegen. Auch hier gibt es diverse Tipps und Tricks, die einem den Alltag erleichtern. „Wenn Sie bei dem Pflaster einfach die Ecken abrunden, dann bleibt es länger kleben“, erläutert Franz Herner. Eigentlich logisch, nur drauf kommen muss man…

An der Fortbildung am Freitag, 31.01. und Samstag, 01.02.2014 haben Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen Sport und Naturwissenschaften teilgenommen. Das Urteil über diese Fortbildung war einstimmig: Wir haben viel gelernt, Altes aufgefrischt und sind sicherer geworden in der Anwendung. Insgesamt eine Fortbildung, die wir jeder Lehrkraft im wahrsten Sinne des Wortes „ans Herz legen“ wollen. Und Spaß gemacht hat es auch!

 

Text und Fotos: Sven Junker