Projektwoche 2013

 

Vier Tage lang, vom 28.06 bis 04.07.2013, fand die diesjährige Projektwoche des Gymnasiums Eltville statt: Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen erarbeiteten in 33 verschiedenen Gruppen Projekte, deren Vielfalt kaum hätte größer sein können. So gab es Sportliches und  Landeskundliches, Einblicke in die Naturwissenschaften, Spiele-, Umwelt- und Computerprojekte, kreative Theater- und Schreibwerkstätten, Historisches und Philosophisches, Astronomie und Mythologie, Kunst und Fotografie, Handwerk und Technik und Frei-Kreatives. Überraschend war der große Zulauf, den die Back- und Kochprojekte hatten, in denen der Andrang so groß war, dass die Projektplanung im Vorfeld zeitweise aus dem Ruder zu laufen drohte. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die sportlichen Angebote, insbesondere der Mädchenfußball, wo die Teilnehmerinnen abschließend ihr Können gegen eine Lehrerinnenmannschaft eindrucksvoll unter Beweis stellten. Erwähnt werden muss auch  die den Projekttagen eingegliederte Charity-Aktion, die im Rahmen eines „Rucksackprojektes“ für bedürftige Schulkinder in der Dritten Welt sammelte. Schließlich wurden die Ergebnisse der Projektarbeit auf einer abschließenden Präsentation am vorletzten Schultag den Schülerinnen und Schülern, dem Kollegium und erfreulich zahlreichen Besuchern dargeboten. Großen Anteil am Gelingen des Präsentationsnachmittags hatten nicht zuletzt auch hierwieder die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die die Besucher den Nachmittag über unermüdlich und charmant mit Kaffee und Kuchen versorgten. Auf diese Weise erlebten Schüler, Lehrer und Besucher einen Tag mit echter Schulfestatmosphäre, ein gelungenes Schuljahresende und einen schönen Auftakt für die Ferienwochen.

 

Dr. Christian Wollek, Leitung Projektwoche

Pressestimmen

Wiesbadener Kurier

Bunte Vielfalt in der Schule

 

33 Projekte im Eltviller Gymnasium hielten vom Guerilla-Stricken über Geo-Cachen bis hin zur Christbaumkugelherstellung in Atem

Eltville. (sf) „Das ist ja Wahnsinn, das kann man ja gar nicht alles an nur einem Nachmittag anschauen“, die bunte Vielfalt bei der Projektpräsentation im Eltviller Gymnasium am vergangenen Donnerstag war einfach riesig und beeindruckte die Besucher alle, egal ob Eltern, Geschwister, Großeltern, ehemalige Schüler und interessierte Besucher. Wie ein richtiges Schulfest gestaltete sich die Präsentation der insgesamt 33 Projekte, die die 700 Schüler der Klassen 5 bis hin zur Oberstufe in den letzten vier Tagen erlebt hatten. Jahrgangsübergreifend hatten die Schüler sich die Projekte auswählen können und so kam es durchaus vor, daß die „kleinen“ Fünftklässler im Alter von zehn und elf Jahren mit den „Großen“ aus der 11. Klasse im Guerilla-Strick-Projekt von Lucia Brühl gemeinsam das Stricken lernten und in vier Tagen 12 Kilo Wolle verstrickt hatten. Dabei entstanden „Kleider“ für Laternen oder Zäune, ein Trend, der weltweit für Schmunzeln und für eine dekorative Umwelt sorgt. „Die Kinder und Jugendlichen hatten so viel Spaß“, erzählte die begleitende Lehrerin. Umso enttäuschter waren alle 25 Mitglieder der „Guerilla-Strick-Gruppe“, als nach nur einer Nacht ein Großteil ihrer Stricksachen geklaut worden waren. Am Mittwoch hatten die Schüler zwei Bäume, eine große Straßenlaterne und Zäune auf dem Schulgelände mit den bunten „Pullovern“ und „Schals“ geschmückt. In der Nacht waren dann fast alle Strickteile verschwunden. „Nur noch Fotos von den prachtvollen Strickwaren sind übrig geblieben“, erzählten die Schüler traurig. Doch vielleicht soll aus dem Projekt im nächsten Schuljahr sogar eine richtige AG werden, überlegte Lucia Brühl.

Seit vielen Jahren gibt es im Zwei-Jahres-Rhythmus eine Projektwoche im Eltviller Gymnasium, in diesem Jahr nahmen die 700 Schüler vier Tage lang an den rund 33 Projekten teil, die unter dem Motto „Bunte Vielfalt“ mehrfach den Blick einmal auf ganz anderes als den Schulalltag legten. „Und die Projektpräsentation ist dann immer wie ein kleines Schulfest ein besonderer Höhepunkt zum Schuljahresabschluss“, freute sich die Schulleiterin über das rege Interesse der vielen Besucher und Gäste, die an diesem Nachmittag durch das weitläufige Schulgebäude unterwegs waren. In fast allen Klassenräumen, im Oberstufengebäude, in den Fachräumen und auf dem Schulhof gab es überall etwas zu entdecken, zu verkosten oder auszuprobieren. 

Im Foyer der Schule duftete es weithin nach frischen Waffeln und die Schlange der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die ein süßes Gebäck zum Preis von einem Euro haben wollten, war sehr lang. „Das ist auch gut so, die Waffeln gehören nämlich zu unserem Projekt „Rucksack packen“, erläuterte der 17jährige Oberstufenschüler Tobias. Er hatte diese Projektgruppe, die es auch als dauerhafte AG im Schulprogramm gibt, gewählt, weil es einen sozialen Aspekt hat. Im Rahmen der Projekttage sammelten die Schüler bei ihren Mitschülern Spenden wie gut erhaltene alte Schulranzen, Stifte, Blöcke, auch mal Flip Flops, Sandalen, T-Shirts und ein Handtuch ein und packen aus den Spenden Schulranzen und Rücksäcke für Schulkinder in Afrika. In Zusammenarbeit mit der Aktion „Mary Meal“ sollen die gut gefüllten Rucksäcke ihren Zielort erreichen und der Waffelverkauf diente der Finanzierung der Transportkosten.

Um Chemie ging es in den Fachräumen der Schule, hier hatte Fachlehrerin Sabine Lingenfelder mit ihren Schülern die Wette aufgestellt, daß es ohne Chemie im Alltag nicht geht und das mit verschiedenen Gruppen wie „Nachwachsende Rohstoffe“, „Saubere Wäsche“ oder „Gesundheit“ auch nachgewiesen. Ganz bestimmt würde unser Alltag auch nicht ohne Glas funktionieren, wie die drei Schüler Niclas, Lucas und Luca, alle 13 Jahre alt und bald im 7. Schuljahr, demonstrierten. Mit Sabine Lingenfelder hatten sie unter anderem Zuckerglas hergestellt, das auch für Stunts in Filmen verwendet wird oder selbst Glaskugeln geblasen und mit Silber gefärbt in Weihnachtskugeln verwandelt. Die einzelnen Versuche stellten sie am Donnerstag dem verblüfften Publikum fachmännisch vor.

Nur ein paar Meter weiter draußen lud eine der größten Projektgruppen „Fit for Fun“ zu einem lustigen Bewegungsparcours mit Pedalos, Rollern, Stelzen und Springseilen ein. „Wir hatten viel Spaß mit unseren Lehrern Silke Neu und Volker Haueisen“, bestätigten die 29 Projektteilnehmer. Gemeinsam hatte es in den letzten Tagen Radtouren zum Niederwalddenkmal, einen Ausflug in den Klettergarten auf dem Neroberg, Geo-Cachen und vieles mehr rund um Bewegung gegeben. Für die Projektpräsentation liehen sich die Teilnehmer den umfangreichen Spielpool der Schule aus. Und so gab es überall auf dem Schulgelände etwas zu entdecken und auszuprobieren, die Vielfalt war wirklich bunt und riesengroß und reichte von „Computerwartung“, „Auf den Spuren des Glücks“, „Schlag den Pauker! – Mach die Schule zu einem Spiel!“, „Alles am Fluss“, „Kartenspiele“, „Lecker Kochen und Backen“, „Projekttagereporter“ und „Grundlagen der Reportagefotografie“ bis hin zu „Leben wie im alten Rom“, einer „Schuljahreschronik“, „Mädchenfußball“ und „Mädchenselbstverteidigung“, „Radio-Workshop“, „Objektzeichnen“, „Trendsportarten“, „Schreibwerkstatt“ und „Wir begrünen unsere Schule“.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Sabine Fladung

Wiesbadener Tagblatt

Projektwoche im Eltviller Gymnasium, ein Bericht von Katharina Schneider